Mitgliederversammlung zur Pappelstiegbrücke


Am 05. Mai 2011 luden wir unsere Mitglieder und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zur Information und Diskussion über den Stand der Planungen für den schon für 2010 versprochenen Neubau der Pappelstiegbrücke ein.

Der mehr als drängende Bedarf nach dem versprochenen Neubau erschließt sich bereits bei einem oberflächlichen Blick auf das aktuell bestehende Provisorium sofort:

Aufstieg zur Behelfsbrücke am Ende Studentenrasen


Solange man zwei gesunde Beine hat und wenig Gepäck dabei, mag man diesen Aufstieg ja noch sportlich sehen.

Aber Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Handicap, Mütter/Väter mit Kinderwagen und Rollstuhl- fahrer scheitern ohne fremde Hilfe an diesen - an beiden Enden der Brücke befindlichen! - 22 (!) steilen Treppen.

Eiserner Bodenbelag

Und im Winter drohen auf dem sofort vereisenden stählernen Belag gebrochene Oberschenkelhälse und gerissene Sehnen.

Die Gefahr war in den letzten Wintern so akut, dass die Brücke bei ungünstiger Witterung tage- und wochenlang gesperrt werden musste. Schließlich ist, das weiß jedes Kind, die Vereisungsgefahr auf Flussbrücken nun einmal besonders hoch.

2009, bei Übergabe der Behelfsbrücke, versprach Oberbürgermeister Bausewein feierlich, dass ein Neubau der Pappelstiegbrücke bis 2010 abgeschlossen sein würde. Geschwungener Lauf der neuen Brücke von der Auenstraße bis zum Studentenrasen und maximal 6% Gefälle sollten die heute unüberwindbaren Barrieren und Gefahren bei der Überquerung der Gera beseitigen.

Bis heute folgten diesen Worten keine Taten.

Wie es konkret in den Planungen und Ausführungen weitergehen wird, dazu stand am 05.05.2011 in unserer Mitgliederversammlung CDU-Stadtrat und Mitglied im Ausschuss Bau und Verkehr, Jörg Kallenbach, den interessierten Mitgliedern und Gästen Rede und Antwort.

Im Vorfeld hatten wir als Vorstand 300 schriftliche Einladungen an die unmittelbaren Bewohner an der Brücke verteilt und auf dieser Seite den Informationsabend aktiv beworben.

Die Resonanz war außerordentlich hoch, der Veranstaltungsraum entsprechend voll. Das Thema brennt den Anwohnern unter den Nägeln.

Das Provisorium muss dringend durch einen Neubau ersetzt werden, weil auch die bestehenden Alternativen zur Behelfsbrücke unzureichend sind, so der einhellige Tenor einer stellenweise sehr emotional und hitzig geführten Diskussion.

Der Weg über die nächstgelegene Brücke am Nordbad ist den Bewohnern schlichtweg zu gefährlich. Wörtlich äußerten einige Gäste des Abends, dass sie sich schlichtweg im Dunkeln nicht trauen, die Nordbadbrücke zu passieren.

Ein Problem, auf das wir schon im Februar aufmerksam machten. Im Antwortschreiben hatte Oberbürgermeisters Bausewein zu unserem großen Entsetzen die mehr als berechtigten Ängste der Anwohner ignoriert.

Jörg Kallenbach stellte den Anwesenden zunächst die drei geplanten Varianten des Brückenneubaus vor und danach den Realisierungsstand.


Danach berät und beschließt der Stadtratsausschuss Bau und Verkehr wohl in den nächsten Tagen, welche der Varianten am Pappelstieg umgesetzt werden soll.

Das ist aber nur die eine Seite der Medaille, so Jörg Kallenbach. Nicht geklärt sei die Finanzierung. Ohne Geld kein Neubau. In 2011 wurden aber keine Haushaltsmittel für den Brückenbau zurückgestellt - Warum eigentlich nicht ?! Versprochen war die Brücke bereits 2010!

Daraus ergibt sich folgender Stand: welche Variante der Querung der Gera in die Tat umgesetzt werden soll, darüber wird es eine Entscheidung geben.

Woher und wann das Geld für die Brücke kommt, ist völlig ungeklärt. Dieser mehr als unbefriedigende Zwischenstand ist unseres Erachtens wohl zurückzuführen auf Kurzfrist- und Kurzsichtpolitik des nun einmal rot-/rot-dominierenden Stadtrats.

Die Brücke darf nicht aus dem Focus der städtischen Entscheidungsträger geraten! Sonst bleibt die Querung, was sie heute ist - ein unbefriedigendes Provisorium.

Oder es droht sogar der Rückbau, bei Ablauf der Mietzeit.