Feierabendticket in Erfurter Bädern

Mitgliederversammlung des Ortsverbandes am 25.04.2013 bei den Stadtwerken Erfurt


Weimar, Jena, Eisenach, Meiningen, Sömmerda ... haben es.

Erfurt hatte es.

Bis zur Badesaison 2011.

Das Feierabendticket in die Freibäder, das ermäßigten Eintritt ab 17.00 Uhr für den Rest des Tages gewährt.

Zur Badesaison 2012 wurde das Ticket durch ein Abendticket ersetzt. Ermäßigter Eintritt erst nach dem Abendessen, ab 19.00 Uhr in der Hauptsaison (18.00 Uhr Nebensaison).

Der Feierabend-Bader, der schnell nach der Arbeit mit Kind und Kegel noch kurz ins Bad will, zahlt den vollen Eintrittspreis und wird - verständlich - sich überlegen, ob er überhaupt für die kurze Zeit noch einmal ins Bad fährt, wenn er den gleichen Preis zu zahlen hat wie der, der seit Vormittag die Leistungen des Freibades nutzt.

Unser CDU-Ortsverband, in dessen Bezirk das Nordbad liegt, bemüht sich um die Wiedereinführung des beliebten Feierabendtickets.

Unsere Briefe an Oberbürgermeister und Beteiligungsausschuss haben wenig zielführende Antworten gebracht - man will nicht. Einzelheiten, Briefe und Antworten hier.

Daraufhin lud der neue Geschäftsführer der SWE Bäder GmbH, Herr Mirko Utecht, den Ortsverband zu sich.

Für die Einnahmesituation der SWE Bäder GmbH sei, was erste Erhebungen in 2012 zeigten, die Abschaffung des Feierabendtickets besser.

Ab 17.00 Uhr erlösten die Bäder in 2011 ca. 25 TEUR.

In 2012 waren es ca. 43 TEUR ab 17.00 Uhr, der volle Eintrittspreis machte es möglich.

Unterm Schnitt eine Differenz von 18 TEUR bei einem Gesamtdefizit der Erfurter Bäder von ca. 1,5 Mio. EUR.

Nun ist das mit den Zahlen so eine Sache.

Zu berücksichtigen ist, dass 2012 insgesamt ca. 30% mehr Besucher in die Erfurter Bäder kamen als 2011.

Folglich sind in 2012 natürlich auch - logisch - 30% mehr zahlende Besucher ab 17.00 Uhr in die Freibäder gekommen.

Die Differenz von 18 TEUR von 2011 zu 2012 ist daher einem Sondereffekt geschuldet. Rechnet man den heraus, schmilzt der Saldo auf 12 TEUR.

12 TEUR bei einem Gesamtverlust von 1,5 Mio. EUR.

Das sind weniger als 1% des Gesamtergebnisses.

Sicher: 12 TEUR sind auch Geld.

Aber was steht dem gegenüber? Was ist die Leistung eines öffentlichen Freibades? Eines Theaters?

Bürgerzufriedenheit! Eine attraktive Stadt mit attraktiven Angeboten im Freizeitbereich. Eine Stadt mit Lebensqualität.

Für die 12 TEUR mehr in der Kasse gibt es wahrscheinlich einen Abfall in der Zufriedenheitskurve. Der Kurzbader ab 17.00 Uhr fühlt sich nämlich übervorteilt.

Wie stark sich das auswirkt, werden die Stadtwerke herausfinden - mit einer Frage dazu in der Wohnungs- und Haushaltserhebung 2013, mit telefonischen Interviews und einer Befragung vor den Hallenbädern in 2013. Ergebnisse dazu werden im Juni 2013 erwartet und in die Wirtschaftsplanung 2013 aufgenommen.

Es ist also noch nicht alles verloren, für das Feierabendticket in Erfurt á la Weimar, Jena, ...

Herzlichen Dank, Herr Utecht, für Ihre freundliche Einladung zu sich!



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